19.06.2017 von Christina Samoilis

Google Buy-Button: Endgültiges aus für Online-Shops?

Shopping direkt in den Google-SERPs? Der Google Buy-Button soll dies möglich machen. Er ist in den USA bereits in der Beta-Phase verfügbar und zwar explizit für die mobilen Suchergebnisse. Das bedeutet, dass Händler jetzt, ähnlich wie bei der Listung ihrer Ware bei Google Shopping, auch einen Buy-Button erhalten. Dieser erscheint dann direkt in den Ergebnislisten und ermöglicht einem Kunden ganz bequem den Kauf der Ware, ohne die SERP’s zu verlassen, also ohne den Gang in den externen Web-Shop.

Um auch für mobile Shopper interessant zu bleiben, will Google damit Ebay und Amazon Konkurrenz machen und möchte die Möglichkeit haben sein gesamtes mobiles Angebot mit Kauf-Buttons auszustatten. Hintergrund ist, dass Google seit einiger Zeit hinnehmen muss, dass die meisten Produktsuchen nicht in Googles Suchmaschine, sondern vorwiegend auf Amazon starten. Die Buy-Buttons sollen hier Abhilfe schaffen und dafür sorgen, dass die User wieder bei Google ihre Shopping-Tour beginnen. Damit steht Google nicht alleine da, denn jeder Anbieter versucht, die Userbase möglichst lange auf der eigenen Plattform zu halten. Google’s Schritt ist daher nachvollziehbar.

Wie funktioniert der Google Buy-Button?

Der Buy Button wird zunächst nur in bezahlten Anzeigen und nicht in den normalen Suchergebnissen erscheinen. Von dort schickt Google den Nutzer auf eine Landingpage, wo dieser den Kauf abschließen kann. Google gibt die Daten an den E-Commerce-Anbieter weiter, der das Geschäft ganz normal abwickelt. 

Auswirkungen auf den E-Commerce

Aus Kundensicht vereinfacht der Buy Button zunächst einmal deutlich den individuellen Einkaufsprozess. Für kleinere Händler, die über keine mobiloptimierte Seite verfügen, mag der Buy-Button zudem vorteilhaft sein, da ihre Sichbarkeit signifikat erhöht werden kann. Doch es gibt auch einige Kritikpunkte.

Zuerst einmal befürchten Online-Händler, den Kundenkontakt und somit ihre Stammkundschaft zu verlieren. Da diese die Google Plattform nicht mehr verlassen und Google sämtliche Daten der Kunden für sich behält, gerät der Händler selbst in den Hintergrund.

Zwar würden sich einige Händler sicher über höhere Umsätze freuen würden. Voraussetzung dafür wäre allerdings eine vordere Platzierung im Suchmaschinen-Ranking. Von der Einführung des Buy-Buttons würden daher wohl nur die führenden Spezialanbieter profitieren, die sich eine professionelle Suchmaschinenoptimierung leisten können. Die Wahrnehmung von kleinen Webshops würde dagegen wohl weiter sinken. Ein komplettes Aus für Händler ist trotzdem nicht zu erwarten – dafür sie sind für Google zu wichtig.

Die Auswirkungen sind dennoch nicht zu unterschätzen, denn wenn die Verkaufszahlen von der Position in den Suchergebnissen bei Google abhängen, gibt es weniger Anreiz, Seiten kundenfreundlich und innovativ zu gestalten.

Ob sich der US-Konzern mit seiner Vorstellung vom Buy-Button durchsetzt, ist noch nicht abzusehen. Twitter ist mit dem Versuch einen Buy-Button einzuführen beispielsweise gescheitert. Es wird sich zeigen, ob Nutzer den „einfachen“, anoymisierten Weg über Google annehmen werden oder es noch immer bevorzugen, beim Einkaufen in die jeweilige Produktwelt des einzelnen Händlers mitgenommen zu werden und mithilfe von Bildern und Videos zugleich eine ausführliche Produktbeschreibung zu erhalten.

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