20.02.2017 von Benjamin Kircher

Knut im Stau: Amazon wird die Autoindustrie aufmischen

Gastbeitrag von Lennart A. Paul, Gründer von Warenausgang.com.
Noch erholt sich der europäische E-Commerce Markt vom vorweihnachtlichen Schock durch den Launch von Amazon Business in Deutschland. Doch aus der Amazon-Zentrale in Luxemburg naht schon das nächste E-Commerce Unwetter, das sowohl B2C, als auch B2B Anbieter ganz schön durchschütteln könnte. Für den Bereich “Amazon Automotive”, Fahrzeugzubehör und -ersatzteile, stellt Amazon seit letzten Herbst ein Managementteam für den europäischen Markt zusammen. Es sind die Vorboten des strategischen Ausbaus Amazons Automotive Aftermarket Aktivitäten.

In unserer neuen Studie “Knut im Stau - Warum Amazon nicht Audi oder Mercedes ersetzen, aber die Autoindustrie trotzdem aufmischen wird” haben wir uns dem Thema auf 43 Seiten näher gewidmet. Die von eTribes und Warenausgang.com gemeinsam verfasste Studie ist unter www.knutdigital.de kostenlos zum Download erhältlich.

 

Knut digital Studie

Angesichts der Marktzahlen wundert einen das verstärkte Interesse Amazons an diesem Markt nicht. 2015 nahm die Anzahl der Fahrzeuge in Deutschland um fast zwei Prozent auf 61,5 Mio. zu. Die Anzahl der Online-Autoteilekäufer wuchs sogar um 15% auf 6,5 Mio. Während die Autohäuser und Werkstätten unter langlebigen Verschleißteilen und somit sinkenden Umsätzen für Service, Wartung und Reparatur leiden, gewinnt der digitale Teil des Marktes massiv zu. Wer sich also im analogen Geschäft noch einredet, über exzellenten Service, Freundlichkeit und Kompetenz könne man noch lange ein gutes Geschäft machen, dem wird es vielleicht bald so ergehen, wie es den Karstadts seit einiger Zeit ergeht.

Auch die Groß- und Fachhändler spüren den wachsenden Druck aus dem Digitalbereich bereits. Spätestens seit sich Plattformen wie ebay Motors, Scheibenwischer.com oder Kfzteile24 als Online Pure Player etablierten und die Preistransparenz im Internet vorantreiben. Für einen Vollgas-Einstieg durch Amazon Automotive ist der Markt nun also überreif. Um im Jargon zu bleiben: Grüner wird’s nicht! Für Amazon sind gewerbliche Kunden dabei mindestens genauso lukrativ und spannend wie Hobbybastler und Oldtimerbesitzer.

Auch das Fahrzeuggeschäft scheint für Amazon immer attraktiver zu werden. In Deutschland liefen vergangenes Jahr dafür bereits Tests. Gemeinsam mit Daimler testete man die Absatzchances mittels einer Onlinebuchung für E-Klasse Probefahrten. In Italien verkauft Fiat aktuell über Amazon den Fiat 500. Die Kaufabwicklung erfolgt über lokale Händler. Amazon Vehicles dient in den USA als Bewertungsdatenbank für alle möglichen Fahrzeugmodelle. So sammelt Amazon Daten, testet die Akzeptanz und den Bedarf und kann den Einstieg in den direkten online Fahrzeugverkauf in “aller Ruhe” vorbereiten.

Für Hersteller, Händler und Dienstleister bietet das Szenario unterschiedliche Aussichten. Während die Fahrzeughersteller die Bestrebungen von Amazon mit großem Interesse verfolgen, könnten vor allem Ersatzteilhersteller kurzfristig von einer direkten Zusammenarbeit mit Amazon profitieren. Diese sind jedoch noch sehr skeptisch und suchen nach alternativen Onlinemodellen. Die Autohändler und Dienstleister müssen sich derweil überlegen, wie sie sich zukünftig gegenüber Onlineplattformen positionieren können. Die Suche nach neuen (digitalen) Ertragsmodellen steht dabei sicher im Vordergrund.

"Wie genau diese Ertragsmodelle aussehen können, das sehen wir beim Digital Commerce Day in Hamburg am 23. und 24. März. Neben hochkarätigen Speakern aus der digitalen Wirtschaft findet ein B2B Panel feat. warenausgang.com statt, an dem wir besonders die Herausforderungen im Digital B2B Commerce beleuchten werden."

Ulf Mayer
Solution Engineer bei Kameleoon GmbH
Als Solution Engineer ist Ulf Mayer technischer Ansprechpartner für Kameleoon-Kunden. Insbesondere interessiert ihn der Spagat zwischen Marketinganforderungen und ihrer technischen Realisierbarkeit.
 
 
 
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