16.03.2020 von Benjamin Kircher

Onlinehandel in Zeiten von Corona: Was Händler jetzt tun sollten

Aktuell bestimmt die Corona-Pandemie in Deutschland den Alltag. Die Auswirkungen davon bekommt selbstverständlich auch der Onlinehandel zu spüren. Das Verhalten der Konsumenten ändert sich gerade sehr stark, mit weiteren mittel- aber auch langfristigen Auswirkungen ist ebenfalls zu rechnen. Doch was genau ändert sich und wie können Onlinehändler darauf reagieren?

 

Konsumentenverhalten erkennen

Vereinfacht gesagt: Konsumenten bleiben eher zu Hause, reisen nicht und fragen verstärkt Grundbedürfnisse wie Lebensmittel, Hygieneartikel sowie Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel nach. Luxusartikel, Kosmetik, Haushalts- und Unterhaltungselektronik hingegen verlieren drastisch an Nachfrage, wie eine aktuelle Befragung von chinesischen Kunden zeigt.

Es ist zu erwarten, dass auch hierzulande über die nächsten 4-8 Wochen eine gleiche Entwicklung zu beobachten sein wird. Dadurch werden einige Branchen kurzfristig profitieren und andere leiden. Die Heatmap des VSVCH zeigt diese möglichen Entwicklungen, wobei grüne Bereiche kurzfristig profitieren, rote Bereiche mit Umsatzrückgängen zu rechnen haben.

 

Was können Händler tun?

Grundsäztlich ist es sinnvoll Marketingbudgets zu verlagern: Physische Werbung (Out of home, POS-Marketing etc.) reduzieren, personalisierte Direktwerbung (insbesondere auf Streamingplattformen und Social Media) erhöhen. Der Kunde bleibt zu Hause – alles, was den Aufenthalt dort sicherer und angenehmer macht, bringt mehr Umsatz, alles „Unnötige“ wird reduziert oder gar nicht nachgefragt.

Ebenfalls sollte die Sortimentsplanung angepasst werden und Produkte, die während einer Pandemie stärker bzw. schwächer nachgefragt werden könnten, identifiziert werden. Auf dieser Grundlage sollte geprüft werden, ob es bei diesen Artikeln aufgrund von Engpässen (z.B. durch Produktionsmittel aus China) zu Verzögerungen kommen kann und auf dieser Grundlage Prognosen erstellt werden.

Heutige Lieferketten sind nicht auf Lagerhaltung ausgelegt, sondern in der Regel auf Just-in-Time-Lieferungen, um Warenüberhänge zu vermeiden. Durch die erhöhte Nachfrage nach bestimmten Produkten, kann dies zu Engpässen führen. Daher sollten nun alle Beteiligten ihre Lieferketten aufstocken (Produktion, Lager und Lieferkapazitäten) und Händler die eigene auf Schwachstellen prüfen. Gegebenenfalls sollten Ersatzlieferanten für Produkte aus dem Sortiment oder Substitutprodukte angefragt werden.

 

Organisation anpassen

Eine Pandemie hat nicht nur Auswirkungen auf das Konsumentenverhalten, sondern auch auf die Organisation innerhalb von Unternehmen. In den USA hat der Dachverband der Lebensmittelindustrie (FMI) dafür einen Maßnahmenplan veröffentlicht, der auch für Händler sehr interessant sein kann:

  • Händler sollten identifizieren, welche Arbeitsplätze dringend notwendig sind, um den Geschäftsbetrieb während einer Pandemie aufrechtzuerhalten und welche nicht. Es könnten laut FMI durchaus bis zu 40 Prozent der Angestellten durch Krankheit ausfallen. Daher sollte auf eine Notbesetzung der wichtigsten Positionen zurückgegriffen werden.
  • Festlegen, wer wichtige Entscheidungen übernimmt, falls Führungskräfte ausfallen
  • Kommunikationskanäle für Notfälle einrichten
  • Hygienepläne anpassen und dafür sorgen, dass die Arbeitsumgebung sicher ist und auch sicher wirkt, damit Mitarbeiter zur Arbeit kommen
  • Homeoffice anbieten, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren und Mitarbeiter vor einer potenziellen Ansteckung zu schützen
  • Betriebsversammlungen vermeiden
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