29.07.2019 von Marcia Gauger

Zwei-Faktor-Authentifizierung ab dem 14. September verpflichtend

Am 14. September 2019 tritt die neue EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 (Payment Services Directive 2) in Kraft. Sie soll elektronische Zahlungen für Verbraucher sicherer machen, unter anderem indem sie Onlinehändler im Zahlungsvorgang zur Zwei-Faktor-Authentifizierung verpflichtet.

 

Ein weiterer Schutzfaktor beim Zahlungsvorgang

Künftig müssen Zahlungsvorgänge auf Onlinehandelsplattformen mit einer Betragshöhe über 30 Euro dann neben den gängigen Angaben über Benutzername und Passwort oder Kreditkartennummer, Ablaufdatum und Prüfziffer durch einen weiteren Faktor geschützt werden. Dafür müssen Zahlende zwei der folgenden drei Elemente aufweisen: Das Wissen, beispielsweise über ein spezifisches Passwort oder einen Pin, den Besitz einer Chip- oder Kreditkarte oder eines Smartphones und Inhärenz durch den Fingerabdruck, Iris-Scan, Stimmen- oder Gesichtserkennung.

 

 

Neben dem zusätzlichen Schutzfaktor, den die neue Richtlinie Verbrauchern bietet, steigert sie auch die Bedeutung der Kundenbindung für Onlinehändlern. Denn eine Ausnahmeregelung ermöglicht es Kunden, die Onlinehändler ihres Vertrauens auf eine sogenannte „Whitelist“ zu setzen. So können sie bei diesem spezifischen Onlinehändler eine Bezahlung ohne Zwei-Faktor-Authentifizierung durchführen. Händler mit starker Stammkundschaft könnten davon natürlich stark profitieren.

 

Öffnung von Bankkonten für Drittanbieter

Darüber hinaus ermöglicht die PSD2 auch eine Öffnung von Bankkonten für Drittanbieter. Dadurch werden Banken künftig nicht mehr für den Zugriff auf die Kontodaten der Verbraucher benötigt. Konsequenzen könnte dies für die angebotenen Zahlungsmethoden in Onlineshops haben. Experten vermuten, dass so neue Zahlungsmethoden auf dem Markt entstehen und sich etwa die Anzahl der Anbieter für Instant-Payments drastisch erhöhen könnte. Ebenfalls untersagt die Richtlinie ab dem 14. September eine Erhebung von Gebühren bei bestimmten Zahlungsmitteln, sodass keine zusätzlichen Gebühren mehr für die Zahlungen über SEPA-Überweisungen, SEPA-Lastschrift oder EC-Karte verlangt werden dürfen.

 

Was Sie beachten sollten

Wir empfehlen Ihnen eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den Konsequenzen der PSD2, damit Sie sich technisch optimal auf den offiziellen Starttermin am 14. September vorbereiten können. Auch ist es sinnvoll, seine Kunden frühzeitig über die Umstellung auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu informieren und sie speziell auf die Möglichkeit der „Whitelist“ hinzuweisen – schließlich könnte diese Ihnen einen starken Wettbewerbsvorteil einbringen.

 

Die Details der PSD2 finden Sie hier: Link

 

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